(Geschichte des kirchlichen Lebens in den deutschsprachigen Ländern seit dem Ende des 18. Jahrhunderts 7), Freiburg i. Breisgau 2006, Herder, 465 Seiten
Rezensiert von Georg Schwaiger (München) PDF-Datei
Die Geschichtsschreibung über die Orden und über einzelne herausragende Mitglieder hat im deutschen Sprachraum eine lange Tradition. Zuletzt hat das Gedenken der Säkularisation an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert eine Fülle von Untersuchungen gebracht. Der vorliegende stattliche Band, unter Mitwirkung von Marcel Albert OSB (Gerleve), Gisela Fleckenstein OFS (Brühl) und anderen herausgegeben vom hochverdienten Altmeister Erwin Gatz, seit 1975 Direktor des Campo Santo Teutonico in Rom, ist den besten umfassenden Werken der neueren Geschichte der Orden und religiösen Gemeinschaften im deutschen Sprachraum zuzurechnen. Es kann hier nur der Inhalt der durchweg gediegenen Untersuchungen genannt werden: Die Orden am Vorabend der Säkularisation (1775-1800); Aufklärung, Josephinismus, Säkularisation; Ordensleben in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Kontinuität, Restauration und Neuanfänge; Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zu den Kulturkämpfen; Die Orden und Kongregationen in den Kulturkämpfen; Von der Beilegung der Kulturkämpfe bis zum Ersten Weltkrieg; Vom Ende des Ersten Weltkrieges bis zum Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft; Die Orden im nationalsozialistischen und faschistischen Herrschaftsbereich; Vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil; Die Orden nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil: Erneuerung, Krise, Transformation. Ein abschließendes Kapitel bringt statistische Anmerkungen über Orden und sonstige religiöse Gemeinschaften der letzten beiden Jahrhunderte. Der hervorragende Band ist ein würdiger Teil des gewaltigen Werkes, das Erwin Gatz in den letzten Jahrzehnten zur Kirchen- und Kulturgeschichte initiiert und mit sachkundigen Mitarbeitern durchgeführt hat.
Erschienen am 16.05.2008
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