Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte

Maria Magdalena Rückert (Hg.)

Württembergische Biographien Bd. 1. Unter Einbeziehung hohenzollerischer Persönlichkeiten. Im Auftrag der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg

Stuttgart 2006, Kohlhammer, XXVI, 347 Seiten

Rezensiert von Joachim Lilla (Krefeld)      PDF-Datei


Mit seinen biographischen Dokumentationen nimmt das Land Baden-Württemberg einen herausragenden Platz ein. Für das frühere Land Baden liegen sechs Bände der zwischen 1875 und 1935 von der früheren Badischen Historischen Kommission herausgegebenen "Badischen Biographien" vor, seit 1977 erschienen zudem fünf Bände der von der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg herausgegebenen "Badischen Biographien Neue Folge". Württemberg ist bis 1921 durch den "Württembergischen Nekrolog" biographisch dokumentiert. Für alle nach dem 31. Dezember 1951 (1952 wurde das Land Baden-Württemberg gegründet) Verstorbenen wurde 1988 von der Kommission für Geschichtliche Landeskunde eine weitere Reihe "Baden-Württembergische Biographien", von der (bis 2002) mittlerweile drei Bände vorliegen. Dieser Stichtag gilt auch für die Abgrenzung gegenüber den "Badischen Biographien Neue Folge".
Vor diesem Hintergrund macht sich die biographische Lücke für Württemberg zwischen 1921 und 1951 bemerkbar. Diese zu schließen ist das Ziel der mit dem anzuzeigenden Band eröffneten und auf fünf Bände angelegten weiteren biographischen Reihe der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg: "Württembergische Biographien". Aus gutem Grunde, und dies wird auch im Reihentitel hervorgehoben, beschränkt sich die Reihe nicht auf Württemberg, sondern erfaßt auch die (seit 1928 so heißenden) hohenzollerischen Lande, also den (bis 1945) preußischen Regierungsbezirk Sigmaringen.
Der anzuzeigende Band umfaßt 179 Persönlichkeiten (darunter 20 aus den hohenzollerischen Landen), die zwischen 1918 und 1951 verstorben sind und den Geschichtsräumen Württemberg und Hohenzollern durch Herkunft oder Lebensschicksal eng verbunden waren. Das Spektrum der Biographien ist breit: Wissenschaft (51), Religion (38), Wirtschaft (26), Kunst (24), Politik (22), Verwaltung und Technik (je 16), Medien (acht) Militärs (zwei) - unter Berücksichtigung der Tatsache, daß eine Persönlichkeit im Einzelfall auch mehrere Berufe ausgeübt hat.
Die Biographien sind nach dem Alphabet von A bis Z angeordnet. Ihr Aufbau folgt in aller Regel dem in den übrigen Reihen erprobten und bewährtem Konzept: Nach dem Personennamen, kurzer beruflicher Charakterisierung und den Lebensdaten folgen Angaben zum familiären Umfeld, sodann eine Zeitleiste mit stichwortartigen Angaben zur Biographie, dann eine ausformulierte biographische Skizze, schließlich Angaben zu Quellen (etwa Nachlässen), zu evtl. Veröffentlichungen des/der Biographierten, zur einschlägigen Literatur über die Persönlichkeit und allfallsige Bildnachweise. Den Abschluß des Bandes bildet ein verdienstvolles Gesamtverzeichnis der in den Badischen Biographien NF Band I bis V, den Baden-Württembergischen Biographien Band I bis III und in den Württembergische Biographien Band I enthaltenen Biographien, erlaubt also einen raschen Zugriff.
Der Band ist ein gelungener Start der Reihe "Württembergische Biographien", und es bleibt zu wünschen, daß diese Reihe zügig fortgeführt und abgeschlossen werden kann.

Erschienen am 16.05.2008

[KBL-Startseite] [ZBLG-ONLINE] [Impressum]