(Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur, Beiheft 7), Stuttgart 2007, Hirzel, 238 Seiten
Rezensiert von Enno Bünz (Leipzig) PDF-Datei
Das Buch bietet eine kommentierte Edition von Quellen zur Geschichte des Romzugs Friedrichs III. im Jahr 1452, des letzten, den ein römisch-deutscher König überhaupt zur Erlangung der Kaiserkrone unternommen hat. Der Bearbeiter, mittlerweile Inhaber des Lehrstuhls für mittelalterliche Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, knüpft mit dieser Veröffentlichung an seine Dissertation über "Das Empfangszeremoniell bei mittelalterlichen Papst-Kaiser-Treffen" an (Köln u.a. 1999). Die edierten Quellen beleuchten einerseits das Zeremoniell des Herrschereinzugs, andererseits die Entourage des Herrschers.
Die Präsentation und Erläuterung der Texte baut auf den Ergebnissen des Einleitungskapitels A auf, das in zwei längeren Abschnitten (I. Beobachtungen zur Textgeschichte und Textkritik des Romzugsberichts, S. 11-45; II. Zur historischen und literarischen Einordnung der Teilnehmer- und Ritterschlagslisten, S. 46-71) die edierten Texte historisch und textkritisch einordnet, woran als Abschnitt III die Handschriftenbeschreibung und die Darlegung der Editionsprinzipien anknüpft (S. 72-80).
Den Kern des Bandes bildet der Editionsteil (Kap. B) mit dem Romzugsbericht in der Langfassung der Heidelberger Handschrift, der von der älteren Forschung irrtümlich als Werk des österreichischen Adligen Kaspar Enickel angesehen wurde (S. 81-98, mit historischem Kommentar S. 99-117), der römischen Einzugsordnung (S. 118-127), den Ritterschlagslisten A und B (S. 128-132, S. 133-136), der längeren Teilnehmerliste A und der kürzeren Liste B (S. 137-144, S. 145-147).
Die Kommentierung der Listen, die vor allem für die Personengeschichte von Bedeutung sind, erfolgt in Kapitel C als prosopographische Synopse (S. 148-220), geordnet nach Nachnamen oder, wenn dieser fehlt, nach Vornamen, und wenn gar kein Name angegeben ist, nach Berufen, Ämtern und Funktionen. Hier werden auch einige kürzere Teilnehmerlisten mit erfasst, die anderweitig überliefert sind, zum Beispiel in der Würzburger Bischofschronik des Lorenz Fries, der die von Hack edierten Listen benutzt haben könnte (S. 149 Anm.). Es handelt sich um insgesamt 400 Personen, von denen die wenigsten so gut erforscht sind wie der kaiserliche Rat, Wiener Professor und Geschichtsschreiber Thomas Ebendorfer (S. 160), der Trienter Bischof Johannes von Hinderbach (S. 170) oder Friedrichs III. Protonotar Ulrich Riederer (S. 193). Unter den Teilnehmern finden sich etliche altbayerische und fränkische Adlige (gleich zu Anfang Veit von Aham und Parzival von Aichberg zu Moos, S. 153), aber auch Bürger (zum Beispiel Konrad Bucher d. J. aus Isny, von dem sich im Stadtarchiv Isny sogar noch eine Quittung über die Auslagen für den Romzug findet, S. 157f.).
Der Bearbeiter verweist zurecht darauf, dass die Forschung hier noch ein reiches Betätigungsfeld fände, um weitere Angaben über Herkunft, Vita und Vernetzung der Personen in der Umgebung des Habsburgers beizubringen. Angesichts des großen geographischen Einzugsbereichs beeindrucken Umsicht und Sorgfalt des Bearbeiters, der selbst entlegenste Literatur herangezogen hat. Versehen wie "Trimmberg" (statt Trimberg S. 172) sind die Ausnahme. Initienregister der Gebets- und Formelanfänge sowie der Orts- und Personennamen erschließen den Editionsteil des Buches.
Erschienen am 05.06.2012
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